Bund fördert Münchner Tanzszene aus Mitteln des Programms „Neustart.Kultur“

HochX Theater und Live Art, Fokus Tanz/Tanz und Schule e.V. und Tanzbüro München werden aus dem Programm „Neustart.Kultur“ des Bundes unterstützt. Der Bund stärkt die Strukturen für professionelles Arbeiten im Tanz während der Corona-Pandemie mit insgesamt 5,5 Millionen Euro. Die drei Münchner Förderungen wurden neben 48 weiteren Einreichungen aus ingesamt 159 Bewerbungen ausgewählt.

Kulturreferent Anton Biebl:

Im Tanz ist die Zeit der professionellen Tätigkeit meist auf wenige Jahre konzentriert. Da ist jeder coronabedingt verlorene Monat besonders hart. Derzeit sind keine Auftritte möglich. Das Proben und der Erhalt von bezahlbaren Räumen und adäquaten  Arbeitsbedingungen muss jedoch weiterhin sichergestellt sein. Nur so können wir die freie Szene gut durch die nächsten Monate bringen. Der Bund hat das erkannt und setzt mit seiner Unterstützung Zeichen, wie wichtig Kultur und Künstler*innen für unsere Gesellschaft sind.Dass drei innovative und kooperative Tanzinstitutionen aus München eine Förderung erhalten ist eine sehr gute Nachricht für die Münchner Tanzszene.“

Das HochX erhält eine Förderung in Höhe von knapp 124.000 Euro für "Munich moves. Verbesserung der Tanzinfrastruktur am HochX". 2020/2021 sollen bestehende Proberäume optimiert werden für Tanz, z.B. durch Tanzböden, Bodenbeläge und Licht/Tontechnik. Weitere Schwerpunkte liegen auf Vernetzungs- und Trainingsprogrammen für Tänzer*innen und auf der Vermittlungsarbeit für Tanz an ein breiteres Publikum – sobald es wieder Veranstaltungen geben kann.

Fokus Tanz erhält eine Förderung in Höhe von knapp 90.000 Euro für die pandemiebedingten Veränderungen bei der kommenden Ausgabe des THINK BIG! - Festivals. Es soll Anfang Juli 2021 stattfinden. Das Festival für junges Publikum, das Fokus Tanz in Kooperation mit der Schauburg veranstaltet, wird sich programmatisch, räumlich und zeitlich erweitern. Ziel ist es, trotz der bestehenden Unwägbarkeiten ein hochwertiges Programm zu erstellen.

Das Tanzbüro München, Informations- und Beratungsstelle für Tanzschaffende in München, erhält für seine Bewerbung „Fast Forward“ Mittel in Höhe von rund 57.000 Euro. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Produktionsbedingungen für den zeitgenössischen Tanz in München und eine größere Sichtbarkeit im nationalen und internationalen Raum. Mit einer neuen Teilzeitstelle für Projektmanagement und einem zusätzlichen Probenraum im Kreativquartiert wird dieser Ansatz gestärkt.


Fast Forward - Tanzpakt Reconnect

Ein Maßnahmenpaket zur Stärkung des Tanzbüro München und der freien Münchner Tanzszene in Zeiten der Covid 19-Pandemie:


# Intensivierung der Netzwerkarbeit und der nationalen und internationalen Kontakte, u.a. im Rahmen des Formats „Meeting Points II“, um langfristige Perspektiven für zukünftiges Arbeiten aufzubauen
# Verbesserte technische Ausstattung von Probenräumen, um den Tanzschaffenden die Erarbeitung hybrider Formate zu ermöglichen

# Ausbau der Personalstruktur des Tanzbüro München durch die Bereitstellung zusätzlichen Personals, u.a. wg. erhöhtem Beratungs- und Verwaltungsbedarf

Die zeitgenössische freie Tanzszene in München ist vielfältig und vereint spannende choreographische Handschriften. Es gibt zahlreiche vielversprechende Choreograph*innen, die mit politischem Bewusstsein experimentell und interdisziplinär arbeiten und aktiv an den aktuellen künstlerischen und gesellschaftlichen Diskursen teilnehmen.

In Zeiten der Pandemie ist der Beratungs- und Informationsbedarf stark gestiegen. Mit Hilfe von TANZPAKT RECONNECT möchten wir den Münchner Tanzschaffenden in den aktuell schwierigen Zeiten qualitativ hochwertige Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten, eine verbesserte Infrastruktur, sowie die Möglichkeit zu künstlerischem Austausch, gemeinsamer Recherche und Kommunikation bieten. Realisiert werden sollen diese Ziele durch die Erweiterung des Teams um eine*n zusätzliche*n Projektmanager*in, sowie eine Person für Finanzen und Controlling, eine bessere Ausstattung des uns zur Verfügung stehenden Probenraums (Labor Ateliers, Halle 6) und die Entwicklung unterschiedlicher Veranstaltungs- und Austauschformate, um den Münchner Tanzschaffenden verstärkt Möglichkeiten zu Austausch und Vernetzung zu geben.

 

Unterstützt durch DIEHL+RITTER/TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz“

 



Stellenausschreibung >> Projektmanagement FAST FORWARD

Bewerbungsfrist: 26.01.2021

Das Tanzbüro München sucht ab dem 1. Februar 2021 eine*n Mitarbeiter*in mit 15 Wochenstunden für das Projektmanagement des im Rahmen von Tanzpakt Reconnect im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR geförderten Projekts Fast Forward.
Die Stelle ist befristet bis zum 31.10.2021.

 

Aufgabenschwerpunkte:
• Vorbereitung und Durchführung der lokalen und internationalen Sonderformate des Projekts
Fast Forward (u.a. Meeting Points II) zur stärkeren Vernetzung der freien Münchner Tanzszene unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen pandemiebedingten Vorgaben
• Kommunikation mit allen Projektbeteiligten und Koordination der einzelnen Maßnahmen
• Verfassen von Pressetexten zur Ankündigung der Veranstaltungen
• Koordination und Erstellung der Dokumentation des Projekts
• Unterstützung des TBM-Teams bei Netzwerkaktivitäten
• Absprachen bezüglich der Mittelabrufe mit der für die Finanzen zuständigen Mitarbeiterin
Anforderungen:
Für die ausgeschriebene Position suchen wir eine engagierte, teamfähige Persönlichkeit, die über ein abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium oder eine vergleichbare Qualifikation in Form entsprechender Berufserfahrung insbesondere auf dem Gebiet des Projektmanagements im Bereich Tanz sowie der Fördermittelverwaltung verfügt. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Projekts ist der sichere Umgang mit Englisch in Wort und Schrift unumgänglich.
Die Anforderungen umfassen:
• Arbeitserfahrung in der Vorbereitung und Durchführung von Tanzprojekten
• Hohe Kommunikationsfähigkeit (teamintern sowie mit den beteiligten Kooperationspartner*innen und Künstler*innen)
• selbständige, eigenverantwortliche und zuverlässige Arbeitsweise, vernetztes Denken, Teamfähigkeit
• Fähigkeit zum selbständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten und Flexibilität in der Arbeitszeiteinbringung
• Gute Beherrschung der englischen Sprache in Wort und Schrift
• gute Kenntnisse in MS-Office
• Kenntnisse des Haushalts-, Zuwendungs- und Verwaltungsrechts des Bundes, der Länder und von
Kommunen sind von Vorteil
Wir bieten:
• eine bis 31.10.2021 befristete Stelle mit 15 Wochenstunden
• eine interessante, vielseitige und anspruchsvolle Aufgabe in strukturell wie inhaltlich innovativen
Bereichen der Kultur, insbesondere des zeitgenössischen Tanzes
• Mitarbeit in einem Netzwerk aus hochqualifizierten Kulturakteuren
• Arbeit in einem engagierten Team
• Flexible Arbeitszeiten; Arbeitsort: München mit Möglichkeiten für Homeoffice


Schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Menschen werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt. Ausdrücklich begrüßen wir Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten, von People of Color sowie von Bewerber*innen mit Flucht- oder familiärer Migrationsgeschichte.


Wir freuen uns über Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Abschlusszeugnis Berufsausbildung/Studium, Arbeitszeugnisse).
Bewerbungen sichten wir im "Windhundprinzip" bis zum 26.01.2021
Bewerbungen bitte ausschließlich per Mail an: t.mess@tanzbueromuenchen.de

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TBM_Reconnect Stellenausschreibung.pdf
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CREATIO CONTINUA

Ein choreografisches Motion-Capture-Digitalarchiv-Projekt von Terence Kohler

Obwohl wir uns für eine hoch entwickelte Kultur halten, ist die Kreation selbst gleichzeitig illusorisch, ungreifbar und unvorhersehbar. Sie dient dazu, das auszudrücken, was wir nicht verstehen können, und entzieht sich bisher einer systematischen oder wissenschaftlichen Kategorisierung. Die Erfahrung der Schöpfung ist oft intim und höchst persönlich, und wir ringen und versuchen weiterhin, dem Gestalt zu geben, was potenziell etwas ist, das außerhalb der Peripherie unseres Verständnisses existiert.
Choreografen sind sehr geschickt darin, der Erfahrung ihres Lebens eine Form zu geben, die über die Rationalisierung von Worten oder Definitionen hinausgeht und oft den Körper als eigenständiges technologisches Instrument benutzt. Diese fein abgestimmte Technologie ermöglicht eine fortwährende Beziehung zum kreativen Abgrund, ein Gespräch mit dem Unbekannten, und es ist ihre Neugierde und das Handwerk der Bewegungspraxis, die der Suche und dem Austausch ihrer Ausdrucksformen der Wahrheit Form geben, damit andere sie interpretieren und teilen können.

CREATIO CONTINUA ist ein digitales Archivprojekt, das versucht, den Schöpfungsakt aufzuwerten, indem es einer mit München assoziierten Gemeinschaft von ChoreografInnen eine Plattform bietet, sich in künstlerischer Solidarität zu vereinen. Durch das Kuratieren einer digitalen Datenbank mit gemeinsamem Bewegungsvokabular strebt unser Projekt danach, einen kollektiven Ansatz für das Schaffen hervorzuheben und eine Erkundung des potenziell gemeinsamen Unterbewusstseins einer Gruppe geographisch vereinter Tanzkünstler zu ermöglichen.

Konzept & künstlerische Leitung: Terence Kohler
Produktionsleitung: Miria Wurm
Beteiligte Choreografen: Jasmine Ellis, Anna Konjetzky, Moritz Ostruschnjak, Ceren Oran, Léonard Engel, Dustin Klein, Jemima Rose Dean, Sahra Huby, Casia Vengoechea, Stephan Herwig, Matteo Carvone und Jonah Cook.

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ - STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz. Mit freundlicher Unterstützung durch das Tanzbüro München.